Einführung, Symptome, Pathogenese und Therapie

Rosacea

Einführung

Die Rosacea tritt bei ca. 2-5% der Bevölkerung auf. Bei manchen Personen bleibt die Krankheit unerkannt und die Patienten leiden unnötigerweise über Jahre darunter. Es ist die Rolle der Kosmetikerin, die Verdachtsdiagnose zu stellen, und den Kunden zum Hautarzt zu schicken. In letzter Zeit sind neue Medikamente in topischer oder systemischer Anwendung hergestellt worden, welche die Therapiemöglichkeiten erweitern.

Symptome

Die Leitsymptome der Rosacea sind: Flush, persistierende Erytheme (unter Aussparung der Augenpartie), Papeln und Pusteln, Teleangiektasien und Schwellungen, insbesondere der Nase, mit der Bildung eines Rhynophyms. Die Patienten klagen oft über Brennen und Stechen und das Gefühl einer trockenen Haut.

Pathogenese

Die Rosacea ist eine entzündliche Gesichtserkrankung. Pathophysiologisch spielen 4 Faktoren eine wichtige Rolle: das angeborene Immunsystem, neuroinflammatorische Mechanismen, eine erhöhte Empfindlichkeit auf vasoaktive Neuropeptide und die Milbe Demodex follikulorum eine Rolle.

Das angeborene Immunsystem der Haut ist dafür da, dass Infektionen rasch in Schach gehalten werden. Dafür existieren in der Haut antibiotika-ähnliche Substanzen, die „antimikrobiellen Peptide“. Das wichtigste ist Cathelicin LL-37. In der Rosazea gibt es zu viel Cathelicidin LL-37 und zu viele Proteasen, die es abbauen. Durch diese Mechanismen entsteht eine Entzündung.

Die erhöhte Empfindlichkeit auf vasoaktive Neuropeptide erklärt, dass die Patienten rasch erröten (Flush) und dass es dauerhafte Erytheme und Teleangiektasien gibt. Die Zahl der Demodex follikulorum Milben ist erhöht in den Taldrüsenausführungsgängen der Rosacea Patienten, was erneut zu mehr Entzündung führt.

Therapie

Die Behandlung sollte durch einen Dermatologen erfolgen. Bereits länger existieren Cremes auf Metronidazol-Basis (Rosalox Creme R, Rosex Gel R, Nidazea Gel R, Perilox Creme R). Metronidazol ist ein Antibiotikum, wirkt bei der Rosacea zusätzlich antientzündlich und . Der Wirkungseintritt ist langsam und es bedarf einer Erhaltungstherapie. Die Substanz kommt zum Einsatz bei der Rosacea erythematosa und papulo-pustulosa.

Systemische Antibiotika, insbesondere Tetrazykline, sind die Grundtherapie von schweren Verläufen der Rosazea papulo-pustulosa. Neu ist ein niedrig-dosiertes, 24 Stunden wirkendes Doxycyclin-Präparat (Orazea Kaps. R), welches anti-entzündlich wirkt. Wegen der niedrigen Dosierung treten keine bakteriellen Resistenzen auf, und die Hautflora ist nicht beeinflusst.

Die erythematöse Komponente der Rosacea, bedingt durch die Überempfindlichkeit und Erweiterung der kleinen Hautgefässe, wird bald therapeutisch beeinflussbar sein. In 2014-15 erwarten wir ein Brimonidin-haltiges Gel (Mirvaso Gel R), welches für 12 Stunden das Erythem, aber nicht die Teleangiektasien, bremst. Es ist ein selektiver adrenerger Rezeptoragonist, welcher eine hochpotente Vasokonstriktion erzielt. Der Wirkungsbeginn ist nach 30 Minuten.

In ca. 2 Jahren dürfte eine Ivermectin-haltige medizinische Creme auf den Markt kommen, welche eine antiparasitische (Demodex folliculorum!) aber auch antiinflammatorische Wirkung haben wird.
Dr. Marguerite Krasovec A. Rahmann

Dr. Marguerite Krasovec A. Rahmann

FMH Dermatologie und Venerologie
Derma Limmattal (Swiss)
8952 Schlieren – ZH

Fachwörtererklärung:

Systemische Anwendung:
wirkt auf das ganze Organsystem
Persistierend:
andauernd, fortbestehend
Rhynophym:
Knollennase
Pathogenese:
die Entstehung einer physischen oder psychischen Erkrankung
Pathophysiologisch:
Die Pathophysiologie betreffend
Pathophysiologie:
die Lehre von den krankhaft veränderten Körperfunktionen, sowie ihrer Entstehung und Entwicklung
Vasoaktiv:
bezeichnet man körpereigene Substanzen oder Medikamente, die einen Einfluss auf die Gefässmuskulatur und damit auf die Gefässweite ausüben
Neuropeptide:
Peptide, die im Nervengewebe vorkommen
Immunsuprimierend:
das eigene Immunssytem unterdrückend
Antiinflammatorisch:
gegen die Entzündung, entzündungshemmend
Vasokonstriktion:
die "Zusammenschnürung" bzw. "Verengung" von Blutgefässen, welche durch die glatte Gefässmuskulatur verursacht wird

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